Fallschutzbelag: Alles was Sie über EPDM-Fallschutzbeläge und co. wissen sollten.

Fallschutzbelag Kita
Was sind Fallschutzbeläge? Was es genau mit Fallschutzbelägen auf sich hat, welche Fallschutzbeläge nachhaltig und pflegeleicht sind und für Sie und Ihre Einrichtung in Frage kommen, erfahren Sie hier in diesem Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis

Auf Spiel- und Sportplätzen wird gespielt, getobt, trainiert und einfach nur Spaß gehabt. Da kann ein Moment der Unaufmerksamkeit zu Stürzen und Verletzungen führen. 

Sicherheit sollte an solchen Orten immer an erster Stelle stehen. Da sind sich wohl die  Betreiber sowie die Besucher solcher Plätze einig. Deshalb ist es wichtig, Stürze durch einen geeigneten Fallschutzbelag aufzufangen und abzufedern. Dass ein ausgelassener Freizeitspaß schließlich in einer Notaufnahme endet, möchte wohl keiner und schon gar nicht, wenn es um die Kleinsten, nämlich unsere Kinder, geht. 

Genau aus diesem Grund kommt es auf den richtigen Fallschutz an. Falls mal etwas schiefläuft, sorgt der Fallschutz für die nötige Sicherheit und eine weiche Landung. 

Weil es die Fallschutzbeläge in vielen Formen gibt, haben wir für Sie einen Ratgeber erstellt. Hier erklären wir Ihnen, worauf es bei der Auswahl des richtigen Fallschutzbelags ankommt. 


Anwendungsgebiete vom Fallschutzbelag

Der Fallschutz ist dafür da, um Folgen von Stürzen zu vermeiden. Gewährleistet wird dieses durch einen Fallschutzboden. Daher wird der trittschonende und stoßdämpfende Fallschutzbelag typischerweise bei Spielplätzen mit Hänge- oder Kletteranlagen und Schaukelgeräten eingesetzt. Auch in Freizeitparks, barrierefreien Zonen sowie Wohnparks findet der Fallschutz seine Anwendung.

Der Fallschutz ist als loses Schüttgut wie z.B. Sand, Kies, Holzhackschnitzel oder als Kunststoffplatten sowie fugenlose Kunststoffsysteme erhältlich. 


Safety first! Die geltenden Sicherheits-Vorschriften beim Fallschutz

Kind stürzt auf einem Spielplatz mit EPDM Fallschutzbelag

Wie wichtig die Sicherheit auf Spiel- und Sportplätzen ist, wird besonders an den geltenden rechtlichen Vorgaben deutlich. Geregelt werden diese nach DIN 1176 und DIN 1177. Man beachte, dass es sich hierbei um keine Empfehlungen, sondern um rechtliche Regelungen handelt, die von den Betreibern von Spiel- und Sportplätzen zwingend einzuhalten sind. Bei regelmäßigen Inspektionen durch Sachverständigen wird der Zustand von Spielplatzgeräten und der Fallschutzbeläge kontrolliert. 


DIN-Normen 1176 und 1177

In den DIN-Normen 1176 und 1177 werden sämtliche Sicherheitsstandards für Spielgeräte und Spielplatzböden festgelegt. Für den Fallschutz ergeben sich aus diesen DIN-Normen wichtige Regelungen, die beim Spielplatzbau zu beachten sind. 

Stoß dämpfende Bodenbeläge sind schon ab einer Fallhöhe von 60 cm über die gesamte Fläche vorgeschrieben. Anders ausgedrückt: je größer die Fallhöhe, desto weicher muss der Fallschutz sein. 

Welcher Bodenbelag als Fallschutz geeignet ist, richtet sich an dem sogenannten HIC-Wert. 

Am HIC-Wert (Head Injury Criterion) wird die kritische Fallhöhe definiert. Die Bodenbeläge werden in Bezug auf deren Fähigkeit, Kopfverletzungen zu vermindern bewertet. 

Um dauerhafte Schäden durch Kopfverletzungen zu verhindern, ist ein HIC-Wert von maximal 1000 erlaubt. Grundsätzlich gilt: je besser der Fallschutz, desto kleiner der HIC-Wert. Je kleiner der HIC-Wert, desto besser ist der Schutz vor Verletzungen im Falle eines Sturzes. 

Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, sollte der Fallschutzbelag deshalb immer nach DIN EN 1177 von einem unabhängigen Prüfinstitut zertifiziert sein und regelmäßig einer Spezialprüfung unterzogen werden. Nur so minimieren Sie das Risiko von bleibenden Schäden nach einem Sturz. 

Ob ein Fallschutzboden tatsächlich zuverlässig schützt, hängt ferner auch  von anderen Faktoren ab. 

Gleichmäßigkeit vom Fallschutzbelag

Der Fallschutzbelag sollte auf der gesamten Fläche des Bodens die gleiche kritische Fallhöhe aufweisen. Gerade bei Streumaterialien wie z.B. Sand, Kies oder Holzhackschnitzel kann das schnell zum Problem werden. Gerade bei abgespielten Flächen kann kein ausreichender Fallschutz mehr geboten werden. 

Rutschfestigkeit des Fallschutzes

Der Fallschutz sollte auch bei Nässe den nötigen Schutz bieten und nicht zu einer „Rutschpartie“ werden. 

Witterungsbeständigkeit

Eis, Schnee, Frost oder Starkregen können die Oberflächen und die Konsistenz eines Fallschutzbelages verändern. Die Leistungsfähigkeit eines Fallschutzes ist bei solchen Witterungsverhältnissen eingeschränkt. Dementsprechend sollte Sie diesen Aspekt bei der Auswahl des Fallschutzbelages in Betracht ziehen.


Fallschutzbeläge im Vergleich

Mutter mit einem Kind auf den Schultern auf einem Spielplatz

Wie Sie bereits erfahren haben, stellt man an den Fallschutzbelag hohe Anforderungen. Somit ist die Auswahl des richtigen Bodenbelags essenziell wichtig. Doch trotz aller gesetzlichen Bestimmungen gibt es Vorteile und Nachteile der Bodenbeläge, die für die tägliche Nutzung der Spiel- und Sportplätze sowie den Aufwand für die Pflege von hoher Bedeutung sind. 

Bereits in der Planungsphase muss man sich für einen Fallschutzbelag entscheiden. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum einen müssen die DIN-Normen eingehalten werden, zum anderen müssen die Kosten für die Beschaffung und die Instandhaltung sowie die Optik im Blick behalten werden. 

Fallschutzbeläge aus Schüttgütern: Holzhackschnitzel, Sand und co. 

Holzhackschnitzel Sand Rollkies

Holzhackschnitzel, Sand und Rollkies sind grundsätzlich als Fallschutzbelag geeignet. Die Vorteile der Schüttgüter liegen darin, dass die Anschaffung vergleichsweise günstig ausfällt. Zudem eignen sich die Schüttgüter gerade bei naturnahen Spielplätzen, wie z.B. Waldspielplätzen, da sie sich optisch besser in das Gesamtbild integrieren. 

Andererseits entsteht bei Fallschutzbelägen aus Schüttgütern ein hoher Bedarf an Pflege und Instandhaltung der Plätze. So muss der Betreiber der Spielstätte die Füllhöhe regelmäßig kontrollieren. Gerade an viel bespielten Bereichen wie beim Auslaufbereich einer Schaukel wird das Material schnell weggespielt und muss regelmäßig nachgefüllt werden, da sonst der Fallschutz nicht mehr gegeben ist. 

In jeden Fall muss der Fallschutz in regelmäßigen Abständen der Tiefenreinigung unterzogen werden, damit Müll oder Katzen- und Hundekot entfernt wird. Der Sand muss zudem jährlich durchgesiebt werden. Bei den Holzhackschnitzeln ist die Beschaffenheit regelmäßig zu kontrollieren. Gerade hier besteht die Gefahr der Verrottung, die den Fallschutz beeinträchtigt. 

Kurzum, bei Schüttgütern entstehen permanent Material- und Personalkosten, die den vergleichsweisen niedrigen Anschaffungspreis ausgleichen.

Fugenloser Fallschutzbelag aus EPDM-Kunststoff

EPDM Fallschutzbelag

Wenn man Nutzer von Spiel- und Sportplätzen vor ernsthaften Verletzungen schützen möchte, bieten fugenlose Fallschutzbeläge aus Gummigranulat eine Alternative zu herkömmlichen Schüttgütern an. Denn der stabile Bodenbelag wird aus einer Deckschicht aus innovativem EPDM-Granulat (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuke) und einer Schicht aus tragendem Recycling-Material hergestellt. Durch diese Herstellungsweise wird der Boden elastisch und entwickelt gute stoßdämpfende Eigenschaften. 

Übrigens lassen sich fugenlose Fallschutzbeläge auch überall dort verlegen, wo trittsichere, rutschfeste und stolperfreie Wege vonnöten sind. Folglich eignet sich der Fallschutzbelag bestens für Freibäder, Kliniken, Senioren- und Behindertenheime, Kindergärten, Schulen u.s.w.  

Der im Ortseinbau erstellter fugenloser Fallschutzbelag bietet einen durchgehend gleichmäßigen Fallschutz, der langfristig hält. Demzufolge ist auch an viel bespielten Flächen immer ein ausreichender Fallschutz gegeben. Ebenfalls gibt es keine Stufen, Rillen, Kanten, so können barrierefreie Flächen entstehen, die bestens mit Kinderwagen, Fahrrädern, Rollstühlen, Rollatoren und Gehstöcken begehbar und befahrbar sind. 

Speziell auf Spiel- und Sportplätzen eignet sich ein solcher Bodenbelag nicht nur als sicherer Fallschutz, sondern kann als Spielfläche für unterschiedlichste Ballsportarten dienen. 

Unzählige farbliche Gestaltungsmöglichkeiten sind ein weiterer Vorteil des EPDM-Bodenbelags. Durch die farbliche Absetzung der Flächen können Gefahrenstellen hervorgehoben werden oder für bessere Orientierung sorgen. Die Gestaltung von Flächen mit gedeckten Grün- und Brauntönen passt optisch zu naturnahen Umgebungen. Aber auch farbenfrohe Bodenbeläge bieten ein gemütliches Ambiente und laden zum Spielen ein. 

Spieplatz mit EPDM Fallschutzbelag

Einziger Nachteil der fugenlosen EPDM-Fallschutzbeläge besteht darin, dass im Gegensatz zu den Schüttgütern höhere Anschaffungskosten entstehen. Andererseits fallen in den Folgejahren keine bis sehr geringe Kosten für die Pflege und Wartung des Belags an, so relativieren Sie die zunächst höhere Anschaffungskosten wieder. 

Wir verlegen Fallschutzbeläge nach Ihren Wünschen

Gerne erläutern wir Ihnen im persönlichen Gespräch die verschiedenen Möglichkeiten Fugenlose Fallschutzbeläge zu installieren. Dabei ist es egal, ob es um eine Sanierung  oder um einen Neubau handelt.

Fugenloser Fallschutzbelag im Aufbau

Der fugenlose EPDM-Fallschutzbelag bringen wir in dem “in-situ-Einbauverfahren” direkt vor Ort an. Zunächst einmal wird die zu verbauende Fläche durch Randsteine eingerahmt. Sofern die Fläche bereits durch Randsteine oder andere Begrenzungen eingefasst ist, ist dieser Schritt nicht notwendig. 

Der Aufbau des Fallschutzbelags besteht aus insgesamt drei Schichten. Als Erstes bereiten wir den Unterbau vor. Dieser besteht aus einer gebundenen oder ungebundenen Tragschicht. Eine gebundene Tragschicht kann aus Asphalt oder Beton bestehen. Die ungebundene Tragschicht besteht aus verdichtetem Kies und weist eine Stärke von 5 bis 7 cm auf. 

Ist der Unterbau vorbereitet, tragen wir die elastische Basisschicht auf. Die Elastikschicht besteht aus Recycling-Material (Gummigranulat) und wird mit einer Dicke von ca. 10 – 15 cm verlegt. Je nachdem welche Fallhöhen geschützt werden müssen, kann sich die Dicke der Basisschicht auch ändern. 

EPDM Fallschutzbelag Basisschicht Recycelt

Als dritte und letzte Schicht tragen wir die farbige Deckschicht auf. Sie hat eine Dicke von ca. 2 cm und besteht aus hochwertigem EPDM-Granulat (Naturkautschuk). Je nach Hersteller der Produkte und örtlichen Gegebenheiten können die hier genannten Maße auch variieren. 

Das in-situ-Einbauverfahren im Detail

Den fugenlosen Fallschutzbelag versetzen wir in einen halbflüssigen Zustand, dadurch lassen sich alle erdenklichen Formen herstellen. Durch das in-situ-Einbauverfahren passt sich das Gummigranulat allen Ecken und Rundungen an. Damit besteht die Möglichkeit individuelle Gestaltungskonzepte zu realisieren. Auch schräge Flächen lassen sich problemlos mit dem Fallschutzbelag ausstatten. Das sorgt zum einen für einzigartige dreidimensionale  Landschaften, zum anderen können Steigungen ohne Stufen barrierefrei gestaltet werden. 

Nach dem Einbau benötigt der Bodenbelag etwa 24 Stunden zum Austrocknen. Danach sind die Flächen voll nutzungsfähig. Zudem ist der Fallschutzbelag wasserdurchlässig und kann somit auch nach stärkeren Regengüssen schnell wieder genutzt werden, weil das Wasser problemlos ablaufen kann.  

Zusammenfassend können wir sagen, dass durch die Witterungsbeständigen Eigenschaften des Fallschutzbodens die Flächen das ganze Jahr über ohne Nachteile in Benutzung stehen. Der Fallschutz verändert sich nämlich, durch verschiedene Witterungseinflüsse nicht. 

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Der im Fallschutzbelag verwendeter EPDM-Kunststoff enthält keine Weichmacher oder Schadstoffe, die während der Nutzungsdauer austreten können. Eine negative Auswirkung auf die Umwelt ist nicht oder nur in einem sehr geringen Maße vorhanden.

Im Wesentlichen punktet der EPDM-Belag durch seine lange Nutzungsdauer, was insgesamt zu einer positiven Ökobilanz führt. Zudem lässt sich der Bodenbelag nach dem Abbau problemlos entsorgen und kann für neue Verwendungen aufbereitet werden.

Reinigung und Pflege vom EPDM Fallschutzbelag

EPDM Fallschutz Pflege

Im Gegensatz zu den losen Schüttgütern ist die Reinigung von fugenlosen Fallschutzbelägen bemerkenswert einfach. Die Wartung und Pflege dieser Bodenbeläge verursacht nur geringe zeitliche und finanzielle Aufwendungen. Der wasserdurchlässige EPDM-Belag hat durch Regenfälle ja bereits einen gewissen Selbstreinigungseffekt. 

Folgende Tricks helfen Ihnen den Bodenbelag zusätzlich gut in Schuss zu halten: 

  • Entfernen Sie oberflächliche Verschmutzungen z.B. durch Laub, Erde, Sand u.s.w. mit einem Straßenbesen. 
  • Eine Schneeräumung im Winter ist bei fugenlosem Fallschutzbelag ebenfalls schnell erledigt.  Achten Sie darauf, dass der Fallschutz nicht durch scharfkantige oder schwere Fahrzeuge beschädigt wird.
  • Entfernen Sie im Frühjahr die Rückstände von Tausalz. 
  • Überprüfen Sie regelmäßig den Bodenbelag nach Rissen und Schäden. Sollten Sie Schäden am Bodenbelag feststellen, nehmen Sie bitte unverzüglich Kontakt mit Fachleuten auf.  

In Bereichen mit durchgehender Beschattung durch Gebäude, Bäume oder Büsche kann der Fallschutzbelag durch Moos- oder Algenbildung beeinträchtigt werden. Solche Verunreinigungen machen eine Säuberung mit einem Hochdruckreiniger erforderlich. Um Schäden am Fallschutzboden zu vermeiden, sollte eine solche Reinigung nur vorsichtig und mit einem ausreichenden Abstand zwischen der Düse und dem Bodenbelag erfolgen  (Druck: 120 – 150 bar, Abstand: > 30 cm). Am besten sprechen Sie hier geeignetes Fachpersonal an. 

Um die Lebensdauer des Fallschutzbelags zu erhöhen, empfehlen wir es grundsätzlich alle ein bis zwei Jahre eine Intensivreinigung mit Spezialmaschinen durch TARTANO durchführen zu lassen. Der Fallschutzbelag behält damit seine Elastizität und unsere Experten können Schäden am Fallschutz frühzeitig erkennen und beseitigen.

Mit der richtigen Pflege wird Ihnen der EPDM-Bodenbelag über 10 Jahre einen verlässlichen Fallschutz bieten. 

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es bei der Auswahl des richtigen Fallschutzbelages vieles zu Bedenken. Jeder Fallschutzbelag bringt Vorteile und Nachteile mit sich, die bei Planung eines Projektes zu beachten sind. 

Unser Ratgeber zum Thema Fallschutzbeläge hat Ihnen bereits einen ersten Überblick verschafft. Das Team von Tartano steht gerne an Ihrer Seite, wenn es um das Verlegen eines fugenlosen Fallschutzbodens geht. 

Wenden Sie sich vertrauensvoll an die Experten auf diesem Gebiet. Auch in Sachen Pflege, Wartung und Instandsetzung helfen wir Ihnen gerne schnell und kompetent weiter. 

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